Hand aufs Herz: Wenn Sie in 20 Metern Höhe über einen Laufsteg gehen, wollen Sie nicht darüber nachdenken, ob der Boden hält. Sie setzen es voraus. Genau das ist unser Job bei Fenau. Gitterroste sind für uns keine simplen Stahlteile, sondern statische Bauteile, die Leben schützen.
Für den Laien sieht Stahl aus wie Stahl. Doch für Architekten, Planer und Metallbauer liegt die Wahrheit im Detail: in der Schweißnaht, im Teilsicherheitsbeiwert und in der Durchbiegung. Deshalb fertigen wir unsere Gitterroste streng nach den Bestimmungen der RAL-GZ 638.
Aber was bedeutet das konkret für Ihre Planungssicherheit? Wir beantworten die wichtigsten Fragen und liefern die technischen Daten, die Sie für Ihre Unterlagen brauchen.
Die wichtigsten W-Fragen zur RAL-GZ 638
Was genau regelt die RAL-GZ 638?
Sie ist das „Grundgesetz“ für hochwertige Gitterroste. Herausgegeben vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., definiert sie verbindliche Güte- und Prüfbestimmungen für die Herstellung und statische Berechnung. Dies gilt für Gitterroste aus Stahl, Edelstahl, Aluminium und Messing. Sie geht über reine Maße hinaus und fordert klare statische Nachweise sowie die Einhaltung einschlägiger Unfallverhütungsvorschriften.
Warum ist das für Planer und Architekten entscheidend?
Es geht um Haftungsminimierung und Verlässlichkeit. Ein zentraler Punkt ist die Überwachung: Die Norm verlangt eine kontinuierliche Eigenüberwachung durch den Hersteller sowie eine Fremdüberwachung durch ein unabhängiges Prüfinstitut mindestens einmal im Jahr. Wenn Sie Roste ausschreiben, die diesen Bestimmungen entsprechen, nutzen Sie ein geprüftes System und vermeiden Risiken durch ungeprüfte Billigware.
Wie wird die Sicherheit berechnet?
Hier wird nicht geschätzt. Die Norm schreibt das Verfahren der Teilsicherheitsbeiwerte vor. Dabei werden Lastmodelle für den Grenzzustand der Tragfähigkeit (Versagen) und der Gebrauchstauglichkeit (Verformung) erstellt, um sicherzustellen, dass die Belastungen sicher aufgenommen werden.
Deep Dive: Technische Fakten für Ihre Planung
Für alle, die es genau wissen müssen (oder für Ihre statischen Nachweise), haben wir die Kernpunkte der RAL-GZ 638 zusammengefasst, nach denen wir bei Fenau arbeiten:
Technische Parameter & Grenzwerte
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1. Materialbasis:
Als Standardbasis für die Berechnung gilt häufig S 235 JR nach DIN EN 10025. Hierbei wird mit einem charakteristischen Wert der Spannung von 23,5 kN/cm² gerechnet. -
2. Sicherheitsbeiwerte (Tragfähigkeit):
Für die Berechnung der Tragfähigkeit (Grenzzustand der Tragfähigkeit) setzen wir bei Verkehrslasten in der Regel einen Teilsicherheitsbeiwert von γQ = 1,5 an. Das bedeutet rechnerisch 50 % mehr Sicherheit, als die Nennlast erfordert. -
3. Durchbiegung (Gebrauchstauglichkeit):
Damit kein „Trampolin-Effekt“ entsteht, ist die Durchbiegung (f) unter Gebrauchslast strikt limitiert. Die Norm besagt:
Die zulässige Durchbiegung beträgt 1/200 der Stützweite (L/200), jedoch maximal 4 mm.
Was bedeutet das in der Praxis?
- Bis 800 mm Stützweite gilt die Formel: Stützweite / 200.
(Beispiel: 600 mm Stützweite / 200 = 3 mm zulässige Durchbiegung) - Ab 800 mm Stützweite greift die Deckelung auf pauschal 4 mm.
(Beispiel: Auch bei 1000 mm Stützweite darf sich der Rost nur 4 mm biegen, obwohl 1000/200 rechnerisch 5 mm ergeben würde.)
- Bis 800 mm Stützweite gilt die Formel: Stützweite / 200.
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4. Lastannahmen (Verkehrslasten):
Für begehbare Gitterroste wird abweichend von DIN 1055-3 oft der Nachweis einer Einzellast von 1,5 kN an der ungünstigsten Stelle auf einer Lastangriffsfläche von 200 x 200 mm gefordert. -
5. Fertigungstoleranzen:
Auch die Maßhaltigkeit ist kein Zufall. Die Differenz der gemessenen Diagonalen (D1 zu D2) darf maximal 0,01 x der größten Seitenlänge betragen. Zudem ist die Planheit streng reglementiert: Die Abweichung (Torsion) darf maximal 5 mm betragen, bei kleinen Rosten (ca. 300x300 mm) sogar nur ca. 2 mm.
Sie benötigen Roste mit spezifischen Ausschnitten oder Sonderformaten, die genau diese Toleranzen einhalten? Nutzen Sie unseren Gitterrost-Konfigurator für Ihre Maßanfertigung.
Welcher Rost-Typ für welchen Einsatzzweck?
Schweißpressroste: Der Industriestandard
Konstruktion: Hier werden vorzugsweise verdrillte Vierkant- oder Rundstäbe (Querstäbe) in die ungelochten Tragstäbe eingepresst und im gleichen Arbeitsgang an jedem Knotenpunkt elektrisch verschweißt.
Vorteil für Planer: Durch die Verschweißung entstehen homogene, stabile und verwindungsfeste Gitterroste, die sich auch hervorragend für nachträgliche Schnitte eignen.
Pressroste: Die ästhetische Lösung
Konstruktion: Ungeschwächte Querstäbe werden unter sehr hohem Druck in Schlitze der Tragstäbe eingepresst.
Vorteil für Planer: Pressroste bieten oft ein harmonisches Erscheinungsbild. Statisch wird hier bei der Berechnung der Tragstabschwächung ein Abminderungsfaktor (v = 0,9 für verzinkte Roste) berücksichtigt.
» Zur Übersicht aller Gitterroste
Treppenstufen: Sonderfall Antrittskante
Treppenstufen sind sicherheitskritisch. Sie müssen nicht nur die Flächenlast tragen, sondern vor allem Lasten an der Vorderkante. Gemäß RAL-GZ 638 muss die Antrittskante einer Stufe (bei Laufbreiten unter 1200 mm) eine Einzellast von 1,5 kN auf einer Fläche von 100 x 100 mm aufnehmen können.
Unsere Stufen werden zudem standardmäßig mit einer rutschhemmenden Antrittskante und gelochten Anschraublaschen hergestellt.
» Hier finden Sie unsere RAL-konformen Gitterroststufen
Fazit: Qualität ist planbar
Wer billig kauft, kauft Risiken. Mit Fenau-Gitterrosten setzen Sie auf Produkte, die statisch berechenbar sind und – sofern nicht anders vereinbart – einen genormten Korrosionsschutz durch Feuerverzinkung nach DIN EN ISO 1461 erhalten. Das gibt Ihnen Sicherheit in der Planung und Ruhe im Betrieb.